Sportlich erfolglose, aber amüsante Rückrunde

PatrickHandball

Es hat sich einiges getan im neuen Jahr beim TV MAGDEN. Nachdem man zum Jahresabschluss 2012 gegen den Leader Willisau eine gute, jedoch leider nicht gekrönte Leistung zeigen konnte, läutete man die Rückrunde mit einem erfolgreichen Trainingslager ein. Die Motivation war gross, in dieser Liga noch etwas zu bewegen und vielleicht doch noch den Umschwung zu schaffen. Es wurde leider nichts daraus – der Abstieg zum Ende der Saison steht mittlerweile fest. Aber fangen wir von hinten an…

Letzten Samstag war mit dem STV Baden wieder ein ganz vorne klassiertes Team in Magden zu Gast. Und wieder gelang dem TV MAGDEN über weite Strecken ein gutes Spiel. Zwar musste man mit einem Rückstand von 4 Toren zum Pausentee schreiten, aber man konnte den Favoriten in der ersten Spielhälfte doch recht gut in Schach halten. Mit einer geschickten Manndeckung konnte der Wirkungskreis des Badener Topskorers Navarin von Beginn weg eingeschränkt werden, was den Gästen offensichtlich gar nicht passte. Die Magdener Defensive arbeitete stark und die Offensive fand immer wieder eine Lücke in der hart zupackenden Badener Verteidigung. Erfolgreichster Torschütze in den Magdener Reihen war einmal mehr Daniel Vogel, welcher offensichtlich bei den Gästen aus Baden einen ganz besonderen Stellenwert geniesst. Nicht nur wurde er im Hinspiel ausgiebig gewürdigt, sondern er durfte auch letzten Samstag auf dem Spielfeld Komplimente wie „geh‘ besser wieder ins Tor zurück“ entgegennehmen. Nota bene: Pizza steht in der Liste der erfolgreichsten Torschützen noch immer vor Navarin. Nicht schlecht für einen „Torhüter“.

Wie auch immer: in der zweiten Hälfte drehte das Heimteam auf und es machte Spass, der jungen und frechen Mannschaft zuzuschauen, wie sie sich bis auf 1 Tor an die Favoriten heranarbeitete. Den Badenern wurde wohl etwas mulmig zumute bei diesem Spielstand und vielleicht sahen sie auch den sicher geglaubten Sieg entschwinden. Die Gangart wurde jedenfalls noch etwas brutaler und vielleicht würde den Gästen ein kurzer Blick in den Abschnitt 8 des IHF Regelwerks nicht schaden. Ach ja, ich sollte an dieser Stelle den Matchbericht aus Gästesicht erwähnen – äusserst lesenswert.

Tatsache ist, dass der Underdog Magden den selbsternannten Aufstiegskandidaten Baden gehörig kitzeln konnte, was unter anderem auch an einem immer stiller werdenden Badener Trainer, der in der ersten Hälfte doch noch so aktiv war, beobachtet werden konnte. Tatsache ist auch, dass sich der Favorit am Ende dann doch noch standesgemäss absetzen konnte und das Spiel mit 22:28 zu seinen Gunsten entschied.

Dennoch kann Magden mit der Leistung zufrieden sein, auch wenn es wieder nicht für Punkte gereicht hat. Und Baden möchten wir an dieser Stelle noch mit auf den Weg geben: ein bisschen Biergeschmack in der Halle ist der guten Stimmung weit zuträglicher als ein Spaghetti-Spektakel. Viel bedenklicher ist, dass die Gäste das Gefühl hatten, das eigene Feldschlösschen-Bier ausgerechnet nach Magden mitnehmen zu müssen. Ein Blick in die Geschichtsbücher hätte genügt, damit man die paar Flaschen zu Hause hätte lassen können.

Wobei wir beim TV Pratteln wären. Auch die brachten am 2. Februar zusammen mit der Siegesgewissheit und der Angst einer trockenen Feier ein paar eigene Bierchen mit. Und auch sie wurden nach dem klaren 42:24 Hinspiel-Sieg überraschend gefordert. In der Pause lagen die Derby-Gäste zwar noch klar in Führung, mussten bis zum Schluss aber fast noch etwas zittern. Am Ende verlor der TV MAGDEN jedoch trotzdem verdient mit 27:30 Toren.

Vor dem Spiel gegen Pratteln stand auswärts das eigentlich alles entscheidende Spiel gegen Malters auf dem Programm. Wollte man noch reelle Chancen auf einen Verbleib in der 1. Liga haben, hätte man am 27. Januar 2013 zwingend gewinnen müssen. Es war aber leider nicht der Tag der verletzungs- und krankheitsbedingt geschwächten Magdener. Schlussendlich unterlag man derjenigen Truppe, gegen welche man in der Vorrunde die bisher einzigen Punkte einfahren konnte, klar mit 35:25 Toren. Zu diesem Zeitpunkt war denn auch der Abstieg aus der 1. Liga schon fast nicht mehr zu verhindern.

Und deshalb mussten neue Ziele gesteckt werden. Eines davon hiess: ein Sieg gegen den ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden HC Vikings Liestal. Nachdem man in der Vorwoche (wiederum stark dezimiert) gegen den KTV Muotathal mit 27:22 verloren hatte, war es am 16. Februar soweit. Man begrüsste mit Liestal nicht nur den regional verbundenen Derby-Gegner, sondern mit Michael Ries auch den verlorenen Sohn in Magden zurück. Geschenke wollte der TV MAGDEN aber keine machen und so ging es gleich von Beginn an zur Sache. Dies sahen auch die Schiedsrichter so und die gelben Karten und 2-Minuten-Strafen wurden Schlag auf Schlag verteilt. Insgesamt war das Spiel von 6 Verwarnungen, 16 Zeitstrafen (gerecht auf beide Seiten verteilt) und 2 roten Karten für Magden geprägt.

Und trotzdem: unfair war das Spiel sicherlich nicht – aber spannend! Und zwar bis zu letzten Minute, in welcher Liestal schliesslich das bessere Ende für sich beanspruchen konnte und knapp mit 26:27 Toren gewann. Ein wahrlich unglücklicher Ausgang des Spiels für die Magdener, die über weite Strecken eine ansprechende Leistung gezeigt hatten und lange in Führung lagen. Zu bemängeln bleibt das Verhalten in Überzahl, in welcher sich der TV MAGDEN während den letzten Minuten befand. Trotzdem stimmt die kämpferische Leistung einmal mehr positiv. Und übrigens: Liestal verzichtete auf die Last der eigenen Bierflaschen. Wer weiss, vielleicht ist dies der Verdienst von Hammer, der die Magdener Turnhallenatmosphäre kennt und schätzt.

Summa summarum hat sich der TV MAGDEN trotz dem schon die ganze Saison anhaltenden Verletzungspech in den vergangenen Wochen ordentlich geschlagen. Ein paar knappe Niederlagen hier (Willisau, Liestal, Pratteln), einige kämpferisch ansprechende Einsätze dort (Muotathal, Baden). Nur die Punkte fehlten! Das neue Ziel ist nach dem nun feststehenden Abstieg denn auch klar: man will wieder zurück in diese Liga und wird alles daran setzen, der geschätzten Konkurrenz so bald wie möglich wieder den Gang in die Magdener Turnhalle zumuten zu müssen. Hoffentlich so bald, dass dies immer noch mit Fasnachtsduft und Biergeschmack verbunden ist. Denn die neue Turnhalle, liebe Badener, wird erst im 2015 fertig gestellt sein…