Emotionaler Saisonabschluss

PatrickHandball

Es war ein toller und emotionaler Saisonabschluss für die Handballer des TV MAGDEN. Zunächst setzte die 2. Mannschaft mit einem ungefährdeten 32:17-Sieg gegen die Deutschen Gäste aus Maulburg den Schlussstrich unter ihre Saison 2012/2013, welche leider wenig erfolgreich verlief. Als Zweitletzter der Gruppe A konnte man sich aber immerhin in der 3. Liga behaupten und damit das Minimalziel erreichen. Für die mit vielen jungen Talenten gespickte Mannschaft hätte trotzdem mehr herausschauen müssen. Die eigenen Ziele und Erwartungen lagen vor der Saison wohl auch bei den Spielern deutlich höher.

Anschliessend versuchte die 1. Mannschaft noch zwei Punkte als Andenken an die 1. Liga mitzunehmen. Gegen die Gäste aus Olten rechnete man sich auch durchwegs entsprechende Chancen aus. Zudem ist es wohl kein Geheimnis mehr, dass die Mannschaften des TV MAGDEN gerade an Heimspielen vor abendlichen Events besonders stark aufspielen. Im Anschluss an das Spiel waren sowohl das traditionelle „Duschifäscht“ wie auch ein Besuch der Magdener Rocknight eingeplant. Für die Spieler des „Eins“ bedeutet dies jeweils eine ganz spezielle Motivation. Aber um es vorweg zu nehmen: es hat leider wieder nicht gereicht für Punkte.

Trainer Markus Bötschi startete mit einer interessanten Aufstellung in die Partie. Die „alten Routiniers“ nahmen geschlossen auf der Bank Platz und die jungen Wilden durften vorlegen. Nach rund 15 Minuten wurde dann – fast nach Eishockeymanier – ein Blockwechsel vollzogen und die erfahrenen Spieler betraten das Parkett. Der Leistungsvergleich ging Unentschieden aus. Sowohl die Jungen wie auch die Alten Spieler mussten den Gästen während ihrer jeweiligen Spielzeit je ein Tor mehr zugestehen. Mit zwei Toren Rückstand ging es demnach in die Pause.

In der zweiten Hälfte kam es zum erneuten Rollentausch. Die Oltener hatten während den ersten Minuten die Überhand und konnten ihren Vorsprung ausbauen. Doch dann zündeten die Jungen den Turbo und konnten mit einer kämpferisch-engagierten Topleistung Tor um Tor aufholen. Beim Stand von 20:20 warf der Trainer das Konzept schliesslich über den haufen und stellte die vermeintlich besten Akteure aufs Feld. Jetzt wollte man den angestrebten Sieg! Drei verschossene Penalties, diverse unnötige 2 Minuten-Strafen und ein paar ungenutzte hochkarätige Torchancen später unterlag man jedoch der SG HV Olten mit 26:28 Toren. Wie so oft in dieser Saison war es knapp und die zahlreich erschienenen Zuschauer kamen in den Genuss eines guten und spannenden Spiels. Allein, zu Punkten führt dies bekanntlich leider nicht und so wurde an diesem Spieltag der bereits seit längerem feststehende Abstieg definitiv besiegelt.

DAS ENDE DER ÄRA MARKUS BÖTSCHI

Mit dem Abstieg aus der 1. Liga geht für die erste Mannschaft auch die erfolgreiche „Ära Bötschi“ zu Ende. Markus Bötschi blickt auf eine Trainerkarriere von rund drei Jahrzehnten zurück! Bereits in jungen Jahren begann er in Magden mit seiner Tätigkeit als Coach, bevor er dann Anfang der 90er-Jahre vom Fricktaler Handballkrösus TV Möhlin abgeworben wurde und dort eine erfolgreiche Zeit als Trainer in der 1. Liga und NLB erlebte. 1995 zog es Bö jedoch wieder zurück in seine Heimat Magden, wo er seither 3x den Aufstieg von der zweiten in die erste Liga feiern konnte. Manch einer seiner vielen Schützlinge hat viele Jahre mit ihm zusammen bestritten und wohl kein anderer Trainer prägte die Handballgeschichte des TV MAGDEN so wie Bötschi. Dementsprechend wurde er nach dem Spiel gebührend verabschiedet. Als Andenken wurde ihm ein Bild mit einem aktuellen Spielerdress mit der Nummer 18 überreicht – stellvertretend für die Anzahl Trainerjahre seit der Rückkehr aus Möhlin.

Ebenfalls verabschiedet wurden die abtretenden Spieler Marc Waldmeier, Stephan Spielmann, Marc Adler, Sascha Jegge sowie Christian Kern und Patrick Zurfluh, wobei die Zukunft der zwei letztgenannten noch nicht ganz geklärt ist. Und auch die anderen genannten Akteure werden dem Verein sehr wahrscheinlich erhalten bleiben und je nach Situation eine Fortführung ihrer Karriere im Zwoi anstreben. Wie es schliesslich kommen wird muss nun Bestandteil der Aufarbeitung der vergangenen und der Planung der kommenden Saison sein. Sicher ist, dass infolge der vielen Abgänge verbunden mit dem Abstieg in die 2. Liga ein Neubeginn stattfinden muss.